Schloss Hof, seit 1725
Kühle Mauern, goldene Säle. Schlösser und Burgen im Weinviertel – einst Bühnen des Adels, heute Tore zur Vergangenheit. Vom barocken Schloss Hof bis zur mittelalterlichen Burgruine Falkenstein: Treten Sie ein.
Auf einen Blick: Wissenswertes zu den Residenzen
Mit Weitblick über den Reben oder eingebettet in Lustgärten vergangener Zeiten – die Schlösser und Burgen des Weinviertels haben viel zu erzählen: Einst schützten sie Grenzübergänge und lagen an Handelsrouten, wandelten sich einige davon zu repräsentativen Residenzen. Große Häuser hinterließen hier ihre Spuren, wie zum Beispiel:
Viele Schlösser in Niederösterreich sind heute Ausflugsziele, Museen oder Veranstaltungsorte. Andere bleiben als bewohnte Residenzen der Öffentlichkeit verborgen. Im Weinviertel etwa bieten die Schlösser Marchegg, Wilfersdorf oder Jedenspeigen Besuchsmöglichkeiten, Ausstellungen oder Führungen an – während Anwesen wie Schloss Sierndorf, Schloss Ernstbrunn oder Schloss Juliusburg nur von außen zu bewundern sind. Einige Burgruinen im Weinviertel sind im Außenbereich ganzjährig frei zugänglich, etwa die Burgruine Staatz. Bei Burgen hingegen gibt es meist Öffnungszeiten und Führungen, wie etwa bei der Burg Kreuzenstein.
Im Osten das Marchfelder Schlösserreich mit barocker Pracht, im Norden und Westen kleinere, aber nicht minder faszinierende Residenzen – kaum anderswo in Österreich reihen sich so viele Schlösser aneinander wie im Weinviertel. Viele davon – etwa Schloss Hof oder Wilfersdorf – öffnen ihre Säle auch für Feiern oder Kulturveranstaltungen. Ein Überblick der Prunkbauten.
Zwischen weiten Feldern und den wildromantischen Donauauen entfaltet sich das Marchfelder Schlösserreich. Schon im 18. Jahrhundert wurde das Marchfeld unter den Habsburgern zur Bühne des Barocks: Hier wandelte Prinz Eugen durch kunstvolle Gartenanlagen, Kaiserin Maria Theresia feierte rauschende Feste – und Künstler wie Mozart und Vivaldi erfüllten die Salons mit ihren Klängen.
Wer heute durch die fürstlichen Alleen schreitet, hört in Gedanken das Rascheln schwerer Stoffe, das leise Klingen von Porzellan und riecht den Duft blühender Zitronenbäumchen. Etwa auf Schloss Hof, einem der bedeutendsten Barockbauten Österreichs. Hier entfalten sich über 50 Hektar Gartenkunst und prachtvolle Fresken.
Auf Schloss Niederweiden lassen exotische Wandmalereien bewegte Geschichte(n) von feinen Tafeln und Jagden erahnen. Über Schloss Eckartsau, tief in den Donau-Auen, liegt die Melancholie des Abschieds – hier traten Kaiser Karl und Zita ihre Reise ins Exil an.
Seit über hundert Jahren kreisen seltene Weißstörche über den barocken Dächern von Schloss Marchegg – das Storchenhaus gibt Einblicke in deren Leben. Auf Schloss Orth, im Herzen des Nationalparks Donau-Auen, fließen Wasser, Wald und Geschichte leise ineinander.
Auch jenseits des Marchfelder Schlösserreichs zeigt sich das Weinviertel von seiner herrschaftlichen Seite. In Schloss Wilfersdorf, dem Stammsitz der Fürsten von Liechtenstein, treffen Geschichte und Genuss aufeinander: Das Schloss vereint Museum, Vinothek und Heurigen.
Wo einst an der österreichisch-slowakischen Grenze eine der größten Ritterschlachten des Mittelalters tobte, öffnet Schloss Jedenspeigen heute als Museum seine Tore – mit Ausstellungen und Festen.
Hier, im Weinviertel, erheben sich nur wenige Hügel – umso markanter thronen auf ihnen die Burgen oder deren Überreste. Wer heute über ihre windumtosten Höhen wandert, hört mit etwas Fantasie zwischen den uralten Mauern noch das Klirren von Rüstungen und Lanzen.
Wo früher Burgherren und Ritter über ihre Ländereien wachten, erzählen sie nun – als eindrucksvolle Ausflugsziele – von Macht, Mut und Wandel, mit weitem Blick über das Land zwischen Thaya, March und Donau. Einige als Ruinen, andere gut erhalten oder sogar vollständig eingerichtet. Ein Überblick.
Hoch über dem Weinort liegt die Burgruine Falkenstein auf einer steilen Kalkklippe – eine der bedeutendsten Burgruinen Niederösterreichs. Zwischen alten Mauern liegt eine Kalksteinhöhle, historisches Gewölbe und Spuren der Täuferbewegung; der Blick reicht weit über Rebenhänge bis nach Tschechien.
Nicht minder eindrucksvoll erhebt sich die Burgruine Staatz auf einem hundert Meter hohen Felskegel. Heute erklingen dort Musik und Applaus – am Fuße der ehemaligen Burg liegt die Felsenbühne Staatz, eine der größten Open-Air-Musicalbühnen Österreichs.
Im Nationalpark Thayatal wacht die rund 800 Jahre alte Burgruine Kaja als stille Hüterin über das Tal. Vom Burgfried aus eröffnet sich ein Panorama über den Nationalparkwald, hinab auf das Verlies und den mehr als fünfzig Meter tiefen Brunnen.
Hoch über der Donau wurde einst die Burg Kreuzenstein erbaut – ein Juwel für Mittelalterfans. Vollständig eingerichtet und detailreich rekonstruiert, lässt sie Geschichte mit allen Sinnen lebendig werden.
Im Norden, direkt in Laa an der Thaya, zeugt die Burg Laa aus dem 13. Jahrhundert mit ihren wuchtigen Mauern und Türmen vom früheren Wehrcharakter. Sie sicherte einst die Grenzen und Wege der Region.