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Faszinierende Nationalparks und Schutzgebiete im Weinviertel

Wehender Steppenrasen, schilfgesäumte Auen

Im Weinviertel bewahren kontrastreiche Nationalparks und Schutzgebiete, was selten geworden ist – einzigartige Vielfalt und ursprüngliche Natur. Begleiten Sie uns auf einen inspirierenden Streifzug …Vom sanft geschwungenen Hügelland im Westen bis zu den weiten Feuchtgebieten im Osten: Die Nationalparks Donau-Auen und Thayatal, der Naturpark Leiser Berge und das Europaschutzgebiet March-Thaya-Auen sind Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten – etwa des Weißstorchs oder des Gelben Frauenschuhs. Auch bewegte Geschichte(n) haben hier ihren Platz: von Grenzen, die keine mehr sind, über das Erbe des Eisernen Vorhangs bis hin zu Spuren uralter Siedlungsgebiete. 

Diese Nationalparks und Schutzgebiete entdecken Sie im Weinviertel

Landschaftsgenuss, Tierspuren, Pflanzenvielfalt: Naturliebhaberinnen und -liebhaber sind hier an der richtigen Adresse!

Auf einen Blick: Wissenswertes zu den Naturschutzgebieten im Weinviertel

  • Einmalige Einblicke: Die Naturschutzgebiete des Weinviertels führen durch lichte Eichenwälder, schimmernde Flusslandschaften und geschichtsträchtige Grenzgebiete – dorthin, wo Seeadler kreisen, Ziesel huschen und Konikpferde grasen.
  • Besondere Touren: Erkunden Sie die Naturjuwele gemeinsam mit fachkundigen Guides – etwa bei Wildtierbeobachtungen im Nationalpark Thayatal, auf den Spuren des Bibers im Nationalpark Donau-Auen, beim Entdecken von Wasser- und Watvögeln im Europaschutzgebiet March-Thaya-Auen oder bei einer Ziegenwanderung im Naturpark Leiser Berge.
  • Beste Reisezeit: Zwischen Frühling und Herbst ist die ideale Zeit, um die Naturparks und Schutzgebiete zu erkunden. Die artenreichen Feuchtgebiete der Donau- und March-Thaya-Auen sind zudem auch an heißen Sommertagen angenehm erfrischend. 

Nationalpark Thayatal:
Unterwegs zwischen Wäldern, Wiesen und Wildkatzen

Eichen, Hainbuchen und Linden verschmelzen zu einem endlosen Grün, während sich die Thaya wie ein silbernes Band durch das Wipfelmeer windet – das Panorama vom Umlaufberg aufs Tal ist überwältigend. Hoch über den Baumkronen gleitet inzwischen der seltene Seeadler, am Waldboden leuchtet der geschützte Gelbe Frauenschuh. 

Hier, im stillen Herzen eines der letzten naturnahen Täler Europas, atmet die Landschaft in ihrem eigenen Rhythmus: Wälder, Steppenrasen und Wiesen verbinden sich zu einem artenreichen Geflecht. Unweit davon streifen Frieda und Carlo, die Stars der größten Wildkatzenanlage Österreichs durch ihr wiedererobertes Revier.

Der Nationalpark Thayatal im Überblick

  • Größe & Lage: 1.330 Hektar, in der Nähe der Weinstadt Retz
  • Landschaft: Wiesen, karge Felsstandorte und Flusswälder
  • Besonderheiten: Zu 90 Prozent bewaldet, rund 100 Kilometer Rad- und Wanderwege, Heimat von über 40 Prozent aller heimischen Pflanzenarten und zahlreicher gefährdeter Tierarten
  • Wanderungen: Tour über die Einsiedlerbrücke, Rundweg zwischen Österreich und Tschechien, Merkersdorfer Rundwanderweg mit der Aussichtswarte „Umlaufblick“ (400 m)

Nationalpark Donau-Auen:
Unberührte Wildnis am großen Strom

Schwer liegt der morgendliche Nebel über den sandigen Uferbänken. Zwischen raschelndem Uferschilf und tiefhängenden Weidenästen liegt geformtes Schwemmholz – fast schon mystisch wirkt der Anblick der ungezähmten Natur des Nationalparks Donau-Auen.

Die üppigen Auwälder und sonnengewärmten Schotterböden bieten faszinierende Lebensräume u. a. für zarte Orchideen und die Europäische Sumpfschildkröte, der einzigen heimischen Schildkrötenart. Die wilde Wasserlandschaft lässt sich bei geführten Touren, auf eigene Faust oder auf Bootstouren entlang der Donau erkunden. 

Der Nationalpark Donau-Auen im Überblick

  • Größe & Lage: Über 9.600 Hektar in Niederösterreich und Wien, verbindet Wien und Bratislava
  • Landschaft: Auwälder, Wiesen und Wasserflächen prägen das Bild. Die Donau durchzieht den Park auf rund 36 Kilometern – ihr wechselnder Pegel formt die Auenlandschaft immer wieder neu.
  • Besonderheit: Größtes naturnahes Aulandschutzgebiet Mitteleuropas, schützt eine der letzten frei fließenden Donauabschnitte in Österreich
  • Erlebnisse: SchlossORTH Nationalpark-Zentrum als Infostelle mit wechselnden Ausstellungen und reizvollem Schaugarten, die vielfältigen Wander- und Radrouten lassen sich mit Fähren auf der Donau bequem und eindrucksvoll abkürzen.

Naturpark Leiser Berge:
Auf wilden Weiden durch 6.000 Jahre Geschichte

Ein harzig-würziger Hauch von Wacholder erfüllt die Luft. Der Blick schweift weit – über wehende Wiesen, durch lichte Eichenwälder. Zwischen den Blüten des Steppenrasens ziehen Schafe gemächlich ihre Spuren. Wer hier wandert, begegnet wilden Weiden und uralten Pfaden.

Der Naturpark Leiser Berge ist ein stilles Refugium, wo seltene Tiere und Pflanzen ihre Heimat finden: etwa das flinke Ziesel oder die zarte Große Kuhschelle. Am Oberleiser Berg erzählen Freilichtmuseum und Aussichtsturm von 6.000 Jahren Siedlungsgeschichte – von der Steinzeit bis zum 2. Weltkrieg.

Der Naturpark Leiser Berge im Überblick

  • Größe & Lage: Mehr als 4.000 Hektar, liegt im Herzen des Weinviertels, etwa 40 Kilometer nördlich von Wien
  • Landschaft: Steppenrasen, Wacholderheiden und lichte Eichenwälder – mit dem größten Wacholdervorkommen und dem ausgedehntesten Eichenwald Österreichs.
  • Besonderheiten: Initiative für den Erhalt uralter Weideflächen und ihrer wertvollen Lebensräume
  • Erlebnisse: Buschberg (491 m) – höchster Punkt des Weinviertels, mit 360°-Aussichtswarte und Buschberghütte, Wildpark Ernstbrunn & Wolf Science Center mit faszinierenden Begegnungen u. a. mit Wölfen, Hirschen, Steinböcken.

Europaschutzgebiet March-Thaya-Auen:
Unterwegs im weiten Reich des Wassers

Die Wasserläufe glitzern golden, Libellen schwirren im letzten Tageslicht. Aus der Ferne ruft ein Reiher, der Abend senkt sich still über die Auen. Zwischen March und Thaya entfaltet sich eine Landschaft voller Kontraste: fruchtbares Ackerland und seltene Salzböden, stille Gewässer, Auwälder und blühende Wiesen. 

Über alten Eichen kreisen Weißstörche – rund fünfzig Paare brüten bei Schloss Marchegg, der größten baumbrütenden Storchenkolonie Mitteleuropas. Auf den offenen Weiden grasen freilebende Konikpferde und bewahren die artenreichen Flächen. Selbst Sandgebiete finden sich hier: in den March-Thaya-Auen erhebt sich die größte Sanddüne Österreichs.

Das Europaschutzgebiet March-Thaya-Auen im Überblick

  • Größe & Lage: Rund 15.000 Hektar im östlichen Weinviertel, an der Grenze zu Tschechien und zur Slowakei, das Europaschutzgebiet ist auch bekannt als „Naturjuwel“ March-Thaya-Auen
  • Landschaft: Auwälder, Wiesen, Dünen und Salzsteppen prägen das Bild. Eine lebendige Auenlandschaft im Wandel – im Frühjahr vom Hochwasser geformt, im Sommer von sonnigen Sandrücken und Steppenrasen durchzogen.
  • Besonderheiten: Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und Teil des Ramsar-Gebiets „Donau-March-Thaya“.
  • Geschichte: Die March-Thaya-Auen, einst Sperrzone am Eisernen Vorhang zwischen Wien und Bratislava, blieben lange unberührt. So entstand ein wertvoller Lebensraum mit großer Artenvielfalt, der heute als Teil des „Grünen Bandes“ zu den naturnahesten Auen Mitteleuropas zählt.
  • Erlebnisse: Iron Curtain Trail / EuroVelo 13 – faszinierende Radtour, die dem Lauf des ehemaligen Eisernen Vorhangs folgt. Das internationale Radwegenetz führt von Finnland bis ans Schwarze Meer und durchquert das Weinviertel entlang der March (von Hardegg über Hohenau bis Bratislava).