Basilika Mariä Geburt

Öffnungszeiten

Täglich 7-18 Uhr

Eine Wallfahrt, die ein Kaiser abschaffte — und ein Priester zweihundert Jahre später wiedererweckte. Die Geschichte der Basilika Mariä Geburt in Maria Roggendorf ist eine Geschichte über Glauben, Politik und die zähe Kraft der Frömmigkeit.

Das Stift Göttweig ließ die frühbarocke Saalkirche von 1651 bis 1653 als Wallfahrtskirche erbauen, ihr Herzstück war ein auf Leder gemaltes Gnadenbild — Maria mit Kind, urkundlich erstmals 1667 erwähnt. Über 130 Jahre erlebte die Kirche einen immer intensiver werdenden Pilgerstrom. Kaiser Josef II. allerdings war ein Mann der Vernunft, Wallfahrten passten nicht in sein Bild einer rational geordneten Gesellschaft. 1785 ließ er sie im Zuge seiner Kirchenreformen deshalb abschaffen: Prozessionen wurden verboten, Bruderschaften aufgelöst, Votivtafeln entfernt. Nicht einmal die persönliche Reise von Papst Pius VI. nach Wien hatte den Kaiser umstimmen können. Die Kirche blieb — als Pfarrkirche, aber die Wallfahrt schlief ein, für fast zwei Jahrhunderte.

1969 ließ der damalige Priester das Gnadenbild restaurieren und weihte es am 14. September — dem Fest der Kreuzerhöhung — neu. In Anlehnung an Fátima begründete er die Wallfahrt zum jeweils 13. Tag des Monats neu. 1988 wurde die Kirche zur Basilica minor erhoben.

Die Kirche und ihr Inneres

Das hoch aufragende Langhaus mit Volutengiebel und der mächtige Turm am Chorscheitel — mit achtseitigem Kuppelaufsatz, Tambour und Laterne — prägen das Bild der Kirche von außen. Nach einem Brand 1695 wurde der Turm neu errichtet und die Kirche durch den bedeutenden Barockbaumeister Carlo Antonio Carlone erneuert.

Im Inneren lohnt sich ein genauer Blick: Die Seitenaltäre, um 1762 von Joseph Pollak geschaffen, tragen Altarbilder von Martin Johann Schmidt — demselben „Kremser Schmidt", dessen Werk auch in der Pfarrkirche Haugsdorf zu finden ist. Die Fresken der Apsis — Himmelfahrt und Krönung Mariens, Heilige Dreifaltigkeit, Auferstehung Christi — entstammen wahrscheinlich der Hand von Andreas Rudroff, einem Schüler Schmidts, um 1800. Die Kanzel schuf 1767 Jerig Sturm; der Schalldeckel mit Akanthusbaldachin ist älter, aus der Zeit um 1700.

In der Sakristei verwahrt die Kirche bemerkenswerte Votivbilder, darunter eine Darstellung eines Schiffsunglücks von 1761 — Zeugnis jener Menschen, die einst hierher pilgerten, um Dank abzustatten oder Hilfe zu erflehen. Eine Schnitzfigur Maria mit Kind aus der Zeit um 1500 gehört zu den ältesten Objekten im Haus.

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