Schon der Name des Ortes erzählt seine Geschichte: Pfaffendorf — das Dorf der Pfaffen. Im Herzen des Ortes steht bis heute jenes Gotteshaus, das diesen Anfängen Gestalt verleiht: die gotische Pfarrkirche St. Georg.
Erbaut im Jahr 1450, birgt die Kirche im Inneren ein besonderes Kunstwerk: Das Altarbild zeigt den heiligen Georg, dem das Jesuskind eine Krone reicht — gemalt von Martin Johann Schmidt, dem großen Barockkünstler, den die Nachwelt schlicht „Kremser Schmidt" nennt.
Die Pfarre selbst blickt auf mehr als 700 Jahre Eigenständigkeit zurück — und reicht in ihren Wurzeln noch weiter: Als Filialkirche der Pfarre Unternalb war sie schon lange vor ihrer Verselbstständigung ein Ort des Glaubens und der Gemeinschaft. Heute gehört sie zum Stift Göttweig, das ihr seit Jahrhunderten verbunden ist.
Als Engel Steine trugen: Sage von der Entstehung der Kirche St. Georg in Pfaffendorf
Hoch über dem Pulkautal lebte einst ein mächtiger Graf. Er wollte seiner Herrschaft eine Krone aufsetzen: eine Kirche, erbaut aus Stein, direkt neben seiner Burg. Die Bauern aus dem nahen Peigarten wurden losgeschickt, schwere Steine aus dem Waldviertel herbeizuschaffen – und sie gehorchten.
Doch am nächsten Morgen war das gesamte Baumaterial verschwunden. Die Männer suchten und fanden die Steine schließlich unten im Tal. Man schleppte die Steine erneut auf den Berg. Und wieder – in der Nacht, lautlos, unsichtbar – wanderten sie zurück an denselben Platz. Das wiederholte sich Tag für Tag. Schließlich war sich das Volk einig: Engel müssen des Nachts am Werk gewesen sein.
„Ich sehe, Gott will nicht, dass neben meinem Schloss eine Kirche steht. So wollen wir sie denn auf dem von ihm gewiesenen Platz errichten“, fügte sich der Graf dem göttlichen Willen. Wenige Monate später stand die Kirche – genau dort, wo die Engel die Steine hingetragen hatten.
Einige Jahre später versank das Schloss auf dem mitsamt seiner ganzen Umgebung in der Erde. Die Kirche steht bis heute.