Franz Josef I. im Kaiserpark

Statue von Kaiser Franz Joseph I. in einem Park, umgeben von Bäumen und Sträuchern.
©Marktgemeinde Haugsdorf / Johann Sailer

Öffnungszeiten

jederzeit frei zugänglich

Am westlichen Eingang des Parks steht er noch immer: Kaiser Franz Joseph I. in Marschalluniform, lebensgroß, aus Böhmen importiert, aufgestellt 1908 anlässlich seines 60-jährigen Thronjubiläums. Haugsdorf wollte seinen Herrscher nicht ungehuldigt lassen — und legte kurzerhand einen ganzen Park an.

1,15 Hektar, geplant nach abgeänderten Entwürfen eines Obergärtners des Grafen Schönborn: Die beiden Hauptwege säumten Linden und Kastanien, dazwischen seltene Baumarten — Pyramideneichen, Silbertannen, Blutbuchen. 1928 kam ein Schubertstein hinzu, gestiftet vom „Männergesang- und Musikverein Haugsdorf“ zum 100. Todesjahr Franz Schuberts, samt gepflanzter Linde. Die damit verbundene Umbenennung in „Schubertpark" setzte sich in der Bevölkerung freilich nie durch.

Was der Krieg aus dem Park machte

1945 wurde aus der gepflegten Anlage ein Kriegsschauplatz im Kleinen: Starke Bäume wurden gefällt und zu Panzersperren verarbeitet. Die nahe Bahnstation diente als Ausladebahnhof für den Frontnachschub — unter den verbliebenen Bäumen standen Militärfahrzeuge, lagerte Munition. Auch während der russischen Besatzungszeit blieb der Park in dieser Funktion. Flüchtlinge aus Südmähren schlugen hier ihr Lager auf und nutzten die Bäume als Brennmaterial.

Was danach blieb, war Wildnis — von Erwachsenen gemieden, von Kindern als Abenteuerspielplatz begeistert angenommen – nicht die schlechteste Verwendung für einen verwilderten Kaiserpark.

1973/74 wurde die Anlage wieder instandgesetzt. Heute ist der Kaiserpark mit Parkbad und dem Kinderspielplatz ein Erholungsgebiet für die ganze Region. Und der Kaiser schaut vom westlichen Eingang aus still zu.

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