Für Roland Krammer von der Gastwirtschaft Neunläuf ist “Tafeln im Weinviertel” die beste kulinarische Veranstaltung des Weinviertels, wenn nicht sogar ganz Niederösterreichs. Er ist mittlerweile das zehnte oder elfte Mal mit dabei, so genau weiß er das selbst nicht mehr. Jedenfalls schon ziemlich lange. Es war jedes Mal großartig – auch (oder gerade dann), wenn nicht alles nach Plan verlaufen ist.
Über 100 Leuten mitten in der Landschaft ein exklusives 5-gängiges Menü zu servieren, ist zweifelsohne eine Herausforderung, vor allem eine logistische. Auch, weil die Gerichte teilweise direkt vor Ort zubereitet werden. Griller, Ofen, Töpfe, Pfannen, alles muss eingepackt und zur Location transportiert werden. Besteck, Geschirr und natürlich die Tische, Stühle, Tischdecken – einfach alles.
Wenn die Zusammenarbeit nicht so super klappen würde, würde es keiner von uns machen.
Die To-do-Liste ist lang. Zum Glück sind alle mittlerweile ein eingespieltes Team. Alle Mitarbeiter:innen wissen genau, was sie wann machen müssen, erzählt Roland Krammer. Auch die gesamte Familie hilft mit. Selbst die für die Weinbegleitung zuständigen Winzerinnen und Winzer packen überall mit an.
Das Menü plant Roland Krammer am liebsten so kurzfristig wie möglich. Die Hauptfrage: Was ist gerade frisch da? Jedes Jahr werden die Speisen neu kreiert, beziehungsweise das Drumherum der Gerichte inszeniert. „Es bleibt immer spannend, was es diesmal wird, auch für mich“, meint Krammer.
Immer wieder neu und spannend ist auch die Mischung der Gäste: Neben Stammgästen und Grüppchen von Freunden reisen viele extra für das Kulinarik-Event an. Das Setting und die Art der Veranstaltung sind Garant für eine lockere Stimmung und es wird nicht lange “gefremdelt”. Das beginnt schon damit, dass die Gäste mit dem Traktor zur Tafel gefahren werden – an diesen wunderschönen Ort, auf der einen Seite geschützt von der Kellergasse, mit weitem Blick ins Dreiländereck, über kleinteilige Felder und Weinreben.
Eine Quetschn, ein Bass, das ist alles. Nicht selten wird irgendwann mitten auf der Straße getanzt. Und einmal, als es plötzlich zu regnen begonnen hat, erinnert sich Krammer zurück, sind wir mit allen Gästen in den Weinkeller geflüchtet. Dort haben die Musiker einfach weitergespielt, die Stimmung war super. Als es aufgehört hat zu regnen, sind alle wieder raus. Die Gäste haben von sich aus mitgeholfen, die Tafel neu zu decken und herzurichten. Dieser Abend ist in die Geschichte eingegangen.
Selbst wenn einmal etwas schiefläuft, ist es letztendlich immer ein großartiges Erlebnis.
Auch bei seiner allererste “Tafeln im Weinviertel”-Veranstaltung gab es eine Panne: “Wir hatten einfach auf die Beleuchtung vergessen. Zufällig gab es aber genau an diesem Abend einen riesigen, roten Vollmond. Die Licht-Stimmung war unfassbar magisch!”
Bei Events unter freiem Himmel kann einfach alles passieren und es lässt sich nicht alles planen, vor allem das Wetter. Selbst, wenn es wie aus Kübeln schüttet, gibt es zum selben Termin immer eine Schlechtwetter-Option.
So oder so, Krammer empfiehlt die Veranstaltung mit einer Übernachtung zu verbinden: “Es gibt so viele tolle Hotels und Privatzimmer in der Umgebung. Schließlich will man ja auch das ein oder andere Achterl trinken. Dann bietet sich an, über Nacht zu bleiben.” Ein Taxi bringt die Gäste sicher in die Unterkunft.
Lieblingsmoment ist für Krammer der Tag danach, wenn alle beteiligten Partner direkt an der Location zusammensitzen und den Abend Revue passieren lassen. Den Rest des Jahres sind die Krammers samt Team in der Gastwirtschaft Neunläuf für ihre Gäste da. Dort wird regionale, saisonale und ehrliche Qualitätsküche serviert, dazu ausgewählte Spitzenweine.