Die Bassena — Artesischer Brunnen am Hauptplatz

Brunnen mit Statue und Löwenköpfen auf einem Platz in Haugsdorf.
©Guenther Ztalk

Öffnungszeiten

jederzeit frei zugänglich

Wer am Hauptplatz steht, sieht sie sofort: eine vasentragende Nymphe, auf einem Sockel mit vier Löwenköpfen als Wasserspeier — der Brunnen von Haugsdorf, um 1850 errichtet, 2018 zuletzt renoviert. Was kaum jemand sieht, steckt darunter: 139 Meter Bohrung, Gesteinsschichten, Sand und eine wasserführende Ader, die einst die halbe Gemeinde versorgte. „Die Bassena“, wie der Brunnen von der Ortsbevölkerung genannt wurde, heute ein gemütlicher Trinkbrunnen für Radfahrer, war einst das soziale Zentrum des Ortes. Wer zu Hause niemanden zum Spielen fand, ging einfach zum Brunnen — dort traf man sich verlässlich.

Dieses Wasser versorgte den Ort auch in einer kuriosen Übergangsphase: Als 1967 der Bau der Pulkautaler Wasserleitung begann, war Haugsdorf so eifrig dabei, dass Teile des Ortsnetzes fertig waren, bevor Wasser durch die Zuleitung floss. Also schöpfte man rund fünf Jahre lang aus dem Brunnen bis das Wasser in Haugsdorf ankam.

Die Statue und ihr Umweg über die Müllhalde: 

In jenen Jahren entfernte man die Brunnenfigur und entsorgte sie auf einer Müllhalde. Dort entdeckte sie Josef Aufgewekt und stellte sie in seinem Schlosshof auf. Die Gemeinde forderte sie schließlich zurück — und die Nymphe kehrte an ihren angestammten Platz am Hauptplatz zurück.

Info: Was ist ein artesischer Brunnen?

Grundwasser liegt tief unter der Erde, eingeklemmt zwischen wasserundurchlässigen Gesteinsschichten. Wenn diese Schichten beckenartig geformt sind und das Wasser aus einem höher gelegenen Einzugsgebiet gespeist wird, steht es unter natürlichem Druck — ähnlich einer zusammengedrückten Wasserflasche. Bohrt man an der richtigen Stelle durch die obere Gesteinsschicht, steigt das Wasser von selbst nach oben, manchmal bis an die Oberfläche. Man muss es nicht pumpen: Der Druck erledigt die Arbeit. Genau das macht einen artesischen Brunnen besonders — und den Standort seiner Bohrung zur Wissenschaft.

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