Allerhand Wissenswertes
Einführung in ein unbekanntes Land
» Das Land der tausend Kellergassen
» Ein Königreich für den Wein
» Die geheimnisvolle Kellerwelt der Dörfer ohne R ...
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» Weinviertel Film ''Erdmeer''
"Fast vollkommen frei von Orientierungspunkten wirkt das Weinviertel wie ein Meer, das zu wogen aufgehört hat," schwärmt Bestsellerautor Alfred Komarek. In seinen Romanen rund um den Weinviertler Kriminalinspektor Simon Polt wirft er einen bisweilen schonungslosen Blick auf seine Wahlheimat.

Mit Erfolg, denn seit der Verfilmung machen sich immer mehr internationale Gäste auf den Weg ins Weinviertel. Und nicht selten sind sie von der kraftvollen Wirkung der überaus sanften Hügellandschaft mit ihren tausend Kellergassen überwältigt. Dabei ist im Weinviertel alles sehr maßvoll. "Hier gibt es kaum eine Kirche, die höher als der nächste Hügel ist," bringt es Komarek auf den Punkt. Und:" Man kann durch die Landschaft navigieren und sich verlieren ohne sich wirklich zu verirren. Weil man immer irgendwo ankommt."

Das Weinviertel bietet neben den Dörfern ohne Rauchfang - wie die Kellergassen auch genannt werden - historische Gebäude, interessante Museen und imposante Kirchen. Aber Sie werden bald erkennen: Der wahre Schatz des Weinviertels ist nicht in Stein gemeißelt, sondern lebendig. Es sind die Menschen und ihre Lebensart. Entdecken Sie die österreichische Terra incognita.
Kommen Sie an: im Weinviertel!


Das Land der tausend Kellergassen


Seit seiner Besiedlung vor 30.000 Jahren ist das Weinviertel immer ein Grenzgebiet geblieben. Was früher als Schutz diente, ist heute noch präsent: frühzeitliche Kreisgrabenanlagen sowie mittelalterliche Straßen- und Angerdörfer. Wein wird im Weinviertel seit 3.000 Jahren angebaut. Die für das Weinviertel so charakteristischen Kellergassen gibt es aber erst seit der Liberalisierung des Weinbaus im 18. Jahrhundert durch Kaiserin Maria Theresia und ihren Sohn Joseph II. Bis dahin lag der Anbau fest in klösterlicher und herrschaftlicher Hand. Als Folge der Liberalisierung entstanden die weltweit einzigartigen Kellergassen mit ihren Presshäusern und Weinkellern und der eigenen Lebensart, die Arbeit mit der Freizeit zu verbinden. Worklife-Balance á la Weinviertel! Doch um 1950 wurde es ruhig in den Kellergassen. Die Presshäuser verloren ihre Bedeutung. Die Jungen verließen das Land. Das Weinviertel wurde wieder zum Grnzland. Bis der Fall der Eisernen Mauer den Wendepunkt brachte. Diese Aufbruchstimmung ist deutlich zu spüren. Mit dem ihnen eigenen Sinn für Kreativität initiieren die Weinviertler Kulturhighlights wie das Klassikfestival im Schloss Kirchstetten, das Filmfestival "Filmhof Asparn", die Musicals in der Felsenbühne Staatz und den Poysdorf "Jazz & Wine Summer". Nicht zu vergessen, das Nonseum im "verruckten" Dorf Herrnbaumgarten. Auch die gesellige Kultur der Kellergassen lebt wieder auf, und alte Traditionen werden behutsam modernisiert. Gelegenheit zum Miterleben haben Sie nicht nur bei einer der vielen Veranstaltungen rund um den Wein. Spazieren Sie bei Ihrem nächsten Besuch einfach durch eine Kellergasse Ihrer Wahl: Mit ein wenig Glück lädt Sie ein Winzer spontan zu einem anregenden Gespräch bei einem Glas Wein ein. Abtauchen ins Reich der Kellerröhren können Sie auch mit einem der 200 ausgebildeten Kellergassenführern. Und auch die gibt's nur im Weinviertel.


Ein Königreich für den Wein


Wenn eine Region den Wein schon im Namen führt, sind die Erwartungen selbstverständlich hoch. Das Weinviertel erfüllt sie alle mühelos. Im größten Weinbaugebiet Österreichs wird auf mehr als 16.000 Hektar ein Drittel der österreichischen Weine gekeltert. Der für das Weinviertel typische pfeffrige Veltliner mit trockenem, würzig-fruchtigem Geschmacksprofil und hoher Qualität darf stolz die Herkunft "Weinviertel DAC" am Etikett tragen. DAC steht für "Districtus Austriae Controllatus" und zeichnet einen Wein aus, der aufgrund seines Geschmacksprofil eindeutig einem Gebiet zugeordnet werden kann. Wenn Sie also zu einem Weinviertel DAC greifen, liegen Sie garantiert richtig.

Doch nicht nur die Hauptsorte Grüner Veltliner gedeiht hier, sondern auch Chardonnays und Weißburgunder sowie hervorragende Rotweine wie Zweigelt und Blauburgunder. Das Resultat ist eine einzigartige Auswahl höchster Qualität. Und die neue Generation der Weinviertler Winzer und Winzerinnen gewinnt mit ihrem in Europa, Australien und Südamerika erworbenen Wissen hohe Auszeichnungen.

Aber keine Angst, Berührungsängste sind im Weinviertel völlig überflüssig. Genuss und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis stehen im Mittelpunkt. Selbst wenn Sie noch kein Weinkenner sind: Wir garantieren Ihnen, dass Sie im Laufe Ihrer Besuche im Weinviertel geradezu als Genießer wiedergeboren werden.

Verkosten Sie die Weine der Region bei mehr als 560 Ab-Hof-verkaufenden Winzern, in rund 100 Heurigen und bei Vinotheken entlang der etwa 400 km langen "Weinstraße Weinviertel". Diese gliedert sich in drei Abschnitte. Das "Westliche Weinviertel" mit der Weinmetropole Retz liegt zwischen dem Manhartsberg und den Leiser Bergen. Das "Veltliner Land" erstreckt sich rund um die Weinzentren Poysdorf, Falkenstein und Herrnbaumgarten. Im "Südlichen Weinviertel" führt die Route über Wolkersdorf und schließt mit Langenzersdorf, Bisamberg und Hagenbrunn unmittelbar an das Weinbaugebiet im Norden Wiens an.

Weingebiete gibt es auch woanders. Aber hier prägt der Wein Kultur, Brauchtum und Architektur. Damit ist das Weinviertel eine Besonderheit. Am besten, Sie kommen gleich im Frühjahr zum Genusswochenende "Weintour Weinviertel". Wenn über 200 Winzer am 14. und 15. April 2007 ihre Weingüter öffnen und Sie einladen zu Riedenwanderungen, Kellerführungen, kommentierten Verkostungen und natürlich zum Kennenlernen des Jahrgangs 2006.


Die geheimnisvolle Kellerwelt der Dörfer ohne Rauchfang


"Die Einstiegsdroge für das Weinviertel", so haben begeisterte Gäste von Maria Schlöglhofer die Kellergassenführungen des Weinviertels ganz treffend bezeichnet. Die Falkensteinerin gehört zu den speziell ausgebildeten Kellergassenführern, die es nur im Weinviertel gibt. Mehr als 100 Kellergassen können Sie mit einem von Schlöglhofers über 200 Kollegen erkunden. Bei den einstündigen Führungen erfahren Sie Interessantes und Unterhaltsames über die unterirdischen Kellerröhren, die Presshäuser, den Weinbau und die Geschichte - Verkostung inklusive.

Jede Kellergassenführung ist anders, denn keine Kellergasse gleicht der anderen. Nie aufdringlich, sondern immer behutsam wurden zumeist ganze Straßenzüge außerhalb der Orte in die Landschaft gefügt. Die längste Kellergasse von allen findet sich in Hadres, besonders charmant sind etwa die Pillersdorfer Öhlberg-Kellergasse im Retzer Land, die Kellergasse Maulavern in Zellerndorf, die Frauendorfer Lohrkellergasse im Schmidatal, die Kellergasse im Veltliner Land und die Kellergassen von Ollerdorf und Pillichsdorf im Südlichen Weinviertel. Aus der "Gstettn" von Poysdorf stammt die älteste (1338!) urkundlich erwähnte Riede Österreichs.

"Frauen sind natürlich willkommen", weiß Schlöglhofer, "aber das Leben in den Kellergassen war immer männlich dominiert." Die Frauen hatten einst im Haus die Hosen an. Den Männern blieb der Keller, wo sie das ganze Jahr einen Großteil ihrer Freizeit verbrachten. Über die Jahrhunderte entwickelte sich die eigene Art, die Arbeit - Weinmachen - mit der Freizeit - Weintrinken - zu verbinden. In den Genuss dieser Worklife-Balance á la Weinviertel kommen heute glücklicherweise beide Geschlechter. Maria Schlöglhofer plant übrigens eine Spezialführung mit dem Schwerpunkt "Geschlechterkampf" in der Kellerwelt. Man(n) und frau(!) darf gespannt sein!

Von Juni bis in tief in den "Weinherbst" finden in fast jedem Ort "Tage der offenen Kellertür" statt, an dem jeweils ein ausgewählter Keller für Ihren Besuch die Tore öffnet. Weinselige Feste können Sie in dieser Zeit an fast jedem Wochenende erleben. An der "Langen Nacht der Kellergassen" am 18. Mai gewähren rund 20 Kellergassen im Weinviertel tiefe Einblicke bei Fackelführungen, Wanderungen und Traktorfahrten für Groß und Klein. Freuen Sie sich auch auf Kellerjausen, Weinverkostungen und Inszenierungen der besonderen Art.


Geschichte


Das Viertel unter dem Manhartsberg ist uraltes Siedlungsland. Schon in den Eiszeiten, als in der baumlosen Tundrenlandschaft Mammuts grasen, tauchen vor mehr als 20.000 Jahren die ersten umherziehenden Mammutjäger auf. Zwischen 6000 und 5000 v. Chr. werden aus «steinzeitlichen» Jägern und Sammlern sesshafte Bauern, die bereits haustiere besitzen. Um überhaupt siedeln zu können, müssen die Menschen aber erst einmal Lichtung in die dichten Wälder schlagen. Bald entstehen auch riesige Festungsbauten und Kreisgrabenanlagen, die so genannten «Rondelle», letztere mit einer Nutzung für «sozial-kultische» Zwecke.

Nach der Bronzezeit folgt die Eiszeit, die den Weinviertlern einige «Mugln», riesige Grabhügeln reicher Fürsten, beschert. Der bekannteste ist in der Ortschaft «Großmugl» zu bestaunen.
Noch vor Christi Geburt tauchen die Kelten, besser bekannt als Gallier, im Weinviertel auf, die Römer folgen. In der Völkerwanderungszeit tauchen Langobarden und Awaren auf. Slawen siedeln in vielen Orten des Weinviertels.
Das immer stärker werdende Christentum sorgt für die Einwanderung von Siedlern aus dem bayrischen und fränkischen Raum.

Zur Zeit der Babenberger (976 – 1246) werden «Mutterpfarren» gegründet, die ihrerseits Keimzellen für die Christianisierung darstellen.
Mit 1278, der Schlacht von Dürnkrut und Jedenspeigen, wird der Beginn der Habsburgerherrschaft datiert. In dieser – auf heutigem Weinviertler Boden ausgetragen – Schlacht besiegt Rudolf von Habsburg Przemysl Ottokar П. Die Habsburgerzeit geht 1918 in Eckartsau – ebenfalls im Weinviertel – mit der Abdankung Kaiser Karls zu Ende. In diese 640 Jahre dauernde Epoche fallen nicht nur kriegerische Ereignisse wie Einfälle der Hussiten, Böhmen, der Ungarn unter Matthias Corvinus, der Türken, der alles zerstörenden Schweden im Jahr 1645, der Kuruzzen, Napoleons (1809) und der Preußen. Es gibt auch Zeiten, in denen Friede und rege Bautätigkeit herrschen. Aus der Zeit der Renaissance sind wunderschöne Sgraffitohäuser erhalten. Viele der Kirchen gehen auf die Romanik zurück, wurden in der Gotik oft um einen Chor erweitert und im18. Jahrhundert mit barockem Überschwang dekoriert.

Das Weinviertel wird heute noch oft als «blutiges Schlachtfeld» und Durchgangsland bezeichnet. Selbst im Zweiten Weltkrieg wird hier gekämpft – und zwar unter besonders tragischen Bedingungen: In Wien wird – am 27. April des Jahres 1945 – die provisorische Staatsregierung programmiert, doch auf Weinviertler Boden wird noch bis zum 8. Mai, dem Tag der Kapitulation Hitlerdeutschlands, gestorben.
Die Jahrzehnte nach dem Krieg sind gekennzeichnet durch die Nähe des Eisernen Vorhangs;
Das Weinviertel wird zur «Peripherie».Wie ein Wunder erscheint dann der plötzliche Untergang des «real existierenden Sozialismus» im Jahr 1989 – die Grenzbalken zu den Nachbarstaaten werden geöffnet. Für das Weinviertel, lange Zeit in einem toten Winkel Europas gelegen, brach damit wieder einmal eine neue Epoche an.


Für weiterführende Informationen "Fragen zur Geschichte
des Weinviertels, der Dorfgemeinschaften, des Weinbaues, der Kellergassen" (pdf Dokument) zum download:

Weinviertler Geschichte.pdf
PDF-Format, Dateigröße: 339,2 KB

Geographie


Das Viertel unter dem Manhartsberg, wie das Weinviertel seit dem Jahre 1254 genannt wird, umfasst mit 4200 Quadratkilometern knapp 22 Prozent der Fläche Niederösterreichs. Der Name rührt daher, dass es im Vergleich zum Waldviertel tiefer, eben «unter» dem Manhartsberg liegt. Dieser Manhartsberg selbst ist kein «richtiger» Berg, sondern nur ein flacher Rücken. Mit der höchsten Erhebung von 536 Metern zieht er in zwei Teilen von der Donau bis zur Thaya. Der südliche Teil beginnt beim unteren Kamp und reicht bis Eggenburg. Der nördliche schießt von Sigmundsherberg bis Richtung Znaim an.
Etwas salopp könnte man diese Region in der Nordostecke Österreichs als Mischung aus sanftem Hügelland und flacher Ebene bezeichnen. Geteilt wird das Viertel durch einen mit Klippen durchsetzten Hügelzug, der sich vom Nordosten Stockeraus über den Rohrwald mit dem Waschberg (388 Meter) und Michelberg (409 Meter) Richtung Leiser Berge (491 Meter), Staatz (331 Meter), Falkenstein (425 Meter9 bis nach Kleinschweinbarth und die Pollauer Berge zieht.

Die Gewässer des Weinviertels sind mit Ausnahme von March und Thaya nur kleine Bäche, aber nichtsdestotrotz seit alters her schon immer Von Bedeutung gewesen. Thaya und March waren immer heißumkämpfte natürliche Grenzen zu den Östlichen Nachbarländern. Die Namen bedeutender Gewässer wie Donau, March, Thaya und Zaya wurden vielfach als schmückendes Beiwerk an Ortsnamen («Laa an der Thaya») angehängt. Früher mag diese dadurch versuchte nähere Charakterisierung noch zugetroffen haben. Nach der Regulierung und Drainagierung der Flüsse liegt allerdings weder Laa an der Thaya noch Orth an der Donau.

Im Süden verläuft die Grenze des Weinviertels entlang der Donau. Wie ein Messer durchschneidet der große Strom die flachen Ebenen des Tullner Feldes und des Marchfeldes. Entlang, des Ufers haben sich riesige Auwälder erhalten. Auch diese urtümlichen Landschaften werden in diesem Buch ausführlich vorgestellt.



Klima


Im ganzen Gebiet von der March bis zum Manhartsberg herrscht Pannonisches Klima vor. Grob gesprochen bedeutet dies heiße Sommer, kalte Winter und insgesamt sehr wenig Niederschläge. In Absolutwerten ausgedrückt:

- Das Jahresmittel liegt zwischen 8 und 9 Grad,
- das Julimittel über 19Grad
- und das Jännermittel bei minus 2,5 Grad.

Kennzeichnend ist der rasche Wechsel vom Winter zum Frühjahr. Im Marchfeld, der Laaer Ebene, dem Retzer Gebiet und dem Zayatal ist es im Jahresschnitt noch einmal um ein Grad wärmer als im restlichen Hügelland. Grenzwert für die sonst sehr günstigen Vegetationsverhältnisse ist die sehr geringe Niederschlagsmenge, die bei 500 Millimeter pro Jahr liegt. Im Retzer Raum und um das Pulkautal schwanken die Niederschlagswerte gar nur im Bereich von 410 bis 450 Millimeter, was eindeutig am unteren Limit für Pflanzenwachstum liegt. Die meisten Niederschläge fallen wider Erwarten im Sommer – bei kurzen, aber kräftigen Gewitterregen. Hartnäckige, lange Regenperioden wie etwa im Salzkammergut kommen so gut wie nicht vor.

Generell geht es den Weinviertlern, was die Vegetation betrifft, sehr gut. Dass hier Wein gedeiht, bedeutet, dass auch alle anderen Kulturpflanzen angebaut werden können.

Der Frühling hält hier früher als anderswo Einzug. In den Donau- und Marchniederungen blüht das Schneeglöckchen im langjährigen Durchschnitt schon vor dem 4. März, im restlichen Weinviertel – im Mittelwert – ab dem 10. März. Der Vollfrühling, gleichgesetzt mit dem Beginn der Apfelblüte, beginnt wieder zuerst im Marchfeld, im letzten Drittel des Monats April. Dann, im ersten Maidrittel, blühen die Apfelbäume auch im übrigen Weinviertel.

Der Frühsommer, durch Blüte des Winterroggens und des Holunders bestimmt, beginnt im Marchfeld schon vor dem 1. Juli und erreicht ab Mitte Juli das ganze Weinviertel.

Der Frühherbst, wenn sich von den Rosskastanien die Fruchtschalen lösen, beginnt im ganzen Weinviertel bis hinauf nach Südmähren und hinunter in die Kleine Ungarische Tiefebene um den 15. September. Der Vollherbst – die Blätter von Rotbuche, Stieleiche und Kastanie ver-färben sich wunderbar – setzt zwischen 8. und 29. Oktober ein.

Der Winter ist im Weinviertel «Mangelware». Wer Schnee zum Langlaufen sucht, wird höchst selten Erfolg haben. Denn wenn die weiße Pracht überhaupt fällt, so meist nur in geringen Mengen, und fällt einmal mehr, so wird der Schnee sofort vom wind verblasen. Er türmt sich dann in mehr oder weniger mächtigen Wehen genau dort auf, wo mit Sicherheit nicht langlaufen kann.

Quelle: „Das Weinviertel“, Thomas Hofmann, Falters Feine Reiseführer, 1995


Geologie


Fast die ganze Landschaft des Weinviertels ist von einer fruchtbaren Bodendecke überzogen, die wiederum Grundlage einer üppigen Vegetation ist. Auf den ersten Blick:
Keine Spur von Geologie im engeren Sinn, nirgendwo nackte Felswände und mächtig aufragende Felstürme.
Dennoch ist das Weinviertel, insbesonders der östliche Teil, eines der geologisch am besten untersuchten Gebiete der Erde. Tausende Bohrungen, zum Teil mehrere Kilometer tief – der Rekord wurde in Zistersdorf mit 8553 Metern erreicht-, geben ein umfassendes Bild des Untergrundes wieder. Der Grund: Bei der Suche nach Erdöl wurden die Geologen permanent um Hilfe gefragt. Unzählige Ortschaften wurden in der Fachliteratur verewigt. Das Spektrum der Weinviertel Besonderheiten reicht vom Aderklaaer Konglomerat über den Ameiser Schichtkomplex bis zu Altenmarkter Schichten, von Bockfließer Schichten, Bruderndorfer Schichten, Ernstbrunner Kalk, den Haidhof-Schichten, Hollabrunner und Mistelbacher Schottern, Laaer, Klementer und Michelstettener Schichten, vom Porrauer Diabaskomplex, den Thomasler Schichten bis hin zum Zellerndorfer Schlier oder Zogelsdorfer Kalksandstein. Den westlichen Rand des Weinviertels bilden die kristallinen Gesteine des Waldviertels (Böhmische Masse).

Das Weinviertel lässt sich in drei geologische Einheiten gliedern. Zentrale Trennlinie ist die Klippenzone, die als so genannte Waschbergzone das Wiener Becken im Osten von der Molassezone im Westen teilt.
Die Molassezone verläuft am Nordrand des Alpenbogens und vereinigt in sich die Abtragungsprodukte des im Süden gelegenen Alpenkörpers.
Die Klippenzone ist die charakteristischste geologische Einheit des Weinviertels, die es nur hier bzw. in Südmähren gibt. Sie besteht aus einzelnen «Härtlingen», isoliert aus dem Untergrund auftragenden Gesteinstrümmern, wovon die eindrucksvollste Formation sicherlich die Staatzer Klippe ist.
Diese Kalkklippen wurden vor 17 Millionen Jahren durch die alpine Gebirgsbildung aus dem Untergrund nach oben gepresst. Das Wiener Becken, zu dem auch das «Marchfeld» gehört, entstand durch Einsenkung und Zerrung im Miozän, also vor rund 23 Millionen Jahren. Seit damals wurde es sukzessive mit Sanden und Tonen aufgefüllt, die als Erdölspeicher fungieren konnten und die Grundlage für die – nun langsam zu Ende gehende – Weinviertel Erdölwirtschaft bildeten.
In der Endphase, im Oberen Miozän – also vor 10 Millionen Jahren -, verlief die Urdonau weit nördlicher als heute und mündete in einem großen Deltasystem im Bereich zwischen Hollabrunn und Mistelbach in das Wiener Becken, in dieser Gegend sowie im Marchfeld selbst liegen heute zahlreiche Schottergruben.
In den letzten für den Weinbau wichtigen geologischen Phase spielte der Wind eine entscheidende Rolle. Während der Eiszeiten blies er Staub vom Süden in die Tundrenlandschaft nördlich der Donau. Dieses äolische Sediment – nunmehr als Löß bekannt – bedeckt auch heute noch auf weiten Flächen den Untergrund. Löß ist geradezu eine optimale Grundlage für den Weinbau: Er bildet gute Böden aus – und Weinkeller lassen sich in dem weichen, aber «tragenden» Material besonders gut anlegen.



Literatur


  • Weinviertel - Tauchgänge im grünen Meer von Alfred Komarek. Alfred Komarek erzählt Dorfgeschichten, von Landschaft, Kultur, Und den Menschen (Kremayr & Scheriau – 24,20 Euro)

  • Weinviertel – Wunderbares – Unerforschtes – Verborgenes von Thomas Hofmann – historische Spurensuche im Weinviertel (Pichler Verlag – 24,90 Euro)

  • Östliches Weinviertel – Alltag im Dorf – Fotografien zeigen ein Panorama dörflichen Alltags von Richard Edl (Sutton Verlag – 18,90 Euro)

  • Sitten und Bräuche im Niederösterreichischen Weinlande von Johann Peter (Kulturbund – 14,20 Euro)

  • Verdrängt und Vergessen – Dokumentation über die ehemalige Jüdische Bevölkerung Mistelbachs von Aktion Museum M (18 Euro)

  • Pflanzen und Tiere im Weinviertel (Kulturbund – Sonderpreis 5 Euro)

  • Eine Region im zweiten Leben – Geschichte, Geschichten und Texte aus Dem Weinviertel (Anton Gössinger – Sonderpreis 5 Euro)

  • Künstler im Weinviertel (Kulturbund – Sonderpreis 5 Euro)

  • Du überrascht mich immer wieder – Fotos der Weinviertler Landschaft von Rudolf Weiss und Chris Heller (Rundblick Verlag – 25 Euro)

  • Weinviertler Dialektlexikon von Adaxl bis Zwerigst von Michael Staribacher (Hofer Verlag – 16 Euro)

  • Weinviertel Sagen von Thomas Hofmann (Bibliothek der Provinz – 22 Euro)

  • Das Weinviertel – Landschaft und Kultur des Weinviertels von Eugen Klein (Edition Weinviertel – 15,40 Euro)

  • Mistelbach in alten Ansichten 2 – Alte Fotos vom kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Mistelbach von 1900 – 1960 von Oskar Steiner/Christa Jakob (Europäische Verlagsanstalt – 17,50 Euro)

  • Wasser im Weinviertel – Broschüre von Karin Opitz – 3 Euro

  • Weinviertler Kellergassenbrevier – Weinsprüche und Weinweisheiten gesammelt, Von Thomas Hofmann und Johannes Rieder (Hofer Verlag 15 Euro)

  • Botanische Wanderung von der March zum Manhartsberg – Pflanzen und Blumen des Weinviertels von Eugen Klein (Edition Weinviertel – 16,50 Euro)

  • Licht.Bilder – Die Farben des Weinviertels – Bildband mit verblüffenden Fotos (künstlerisch) der Region mit Texten von Alfred Komarek (Haymon Verlag – 39,90 Euro)

  • Land an der Thaya – Landschaftsbilder mit Schwerpunkt Burgen und Schlösser entlang der Thaya – von Hellmut Bornemann (Amalthea Verlag – Sonderpreis 12,95 Euro)

  • Weinviertel – Natur und Kulturlandschaft – Exzellenter Bildband mit Texten von Christoph Wagner und Fotos vom Geo-Fotograf Lois Lammerhuber (Brandstätter Verlag – 72 Euro)

  • "Die neue Welt des Weines - Österreich auf dem Weg zur Weltklasse" Klarsicht Verlag, Essays von Michael Pronay, Christian Seiler, Alfred Komarek, Paula Bosch, Gerhard Hofer, Peter Krobath - Fotos von Barbara Krobath

  • Weinviertel erlesen - Ca. 260 Seiten, Europa erlesen Format 15,6x10cm, Mit Lesebändchen, Bedruckter Vor- und Nachsatz (12,95 Euro)

  • "Verschieden" - der neue Mira Valensky Krimi, von Eva Rossmann, Folio Verlag, ca 244 Seiten, € 19,50


  • Wo Meisen kichern - Lyrikband von Emmerich Lang, St Georges Presse

  • Das Weinviertel - Niederösterreich in alten Ansichten; 100 Bilddokumente von 1670 bis 1970, Ralph Andraschek-Holzer, Hrsg. Gebhard König, Christian Brandstätter Verlag

  • Dorflegende - vom Weinviertler Museumsdorf Niedersulz und seinen Bewohnern, Prosatexte von Auguste Koller und 12 Farblinolschnitte von Gottfried "Laf" Wurm, Verlag: Atelier Marchfeld

  • Weinviertler Vokündigung - Lyrik und Prosa in Mundart, Johanna Lebeda, Verlag:Edition-Weinviertel

  • Gesammelte Werke - Schiferl Lois, Verlag: Edition Weinviertel, Band I Autobiographische Schriften, Band II Prosa, Band III Lyrik und vermischte Schriften inkl 1 DVD

  • Lebenswelten in der Großgemeinde Wolkersdorf, 1870 bis 2000 - Eminger Stefan, Stadtgemeinde Wolkersdorf, Druckerei Gerin

  • Mosaiksteine, Weinviertler Geschichten ernst und heiter - Ingrid Höttinger, Verlag: Edition Weinviertel

  • Niederösterreich, Geologie österreichischer Bundesländer - Wessely Godfried, Eigenverlag Geologische Bundesanstalt

  • Der Gefühleempfänger - Staribacher Michael, Verlag: Edition Weinviertel

  • Internationale Puppentheatertage Mistelbach - Ein Rückblick auf 28 Jahre Puppentheaterfestivals; Olaf Bernstengel, Danika Ruso

  • Weinland an Pulkau und Thaya - ein Reisebildband, der das Entdecken der Pulkautaler und Retzer Weinlandschaften erleichtert;119 Seiten, Erich Pello

  • Mira kocht - in 8 Kriminalromanen kocht Mira Valensky; in diesem Buch erzählt Autorin und Koch-Profi Eva Rossmann von ihren und Miras "Kochlandschaften", dem Veneto, dem Weinviertel, der Karibik, New York und der weiten Landschaft einer Restaurantküche; Eva Rossmann

  • MillionenKochen - der neue Mira Valensky Krimi;Wer träumt nicht davon, reich und berühmt zu sein? Die Fernsehshow „Millionenkochen“ soll es möglich machen; Eva Rossmann; 232 Seiten; gebunden mit Schutzumschlag; Folio Verlag - ISBN 978-3-85256-378-7; € 18,50;
  • Naive Architektur II - zur Ästhetik ländlichen Bauens in Niederösterreich; Johann Kräftner, Verlag Niederösterreichisches Pressehaus 1987

  • Der Weinbau in Matzen; Dr Anton Hofer

  • Am Weg zum Wein - ein Wurzelwerk; Elisabeth Arnberger, vier/viertelverlag 2007

  • "... es wird ein Wein sein", Berndl Leopold; Edition Weinviertel

  • Räuberhauptmann Grasel, Elisabeth Schöffl-Pöll; Volksballade, Mundart, €12

  • Klatschmohn rot rot rot, Elisabeth Schöffl-Pöll; Erzählgedichte, Tanka, €12

  • Gemma, gemma koit is´s net!, Elissbeth Schöffl-Pöll; Sprüche, Mundart, € 16

  • Mühlen im Wandel am Beispiel Schmidatal; ...am Beispiel Göllersbach; ...am Beispiel Pulkautal, Oto J. Schöffl, € 28

  • Weinseligkeiten, Elisabeth und Otto J. Schöffl, Weinsprüche, Weinzitate, etc, € 10

  • Die grünen Veltliner, Heini Stascha, Verlag Günther Hofer, € 16,40

  • Das Weinviertel - Natur Kultur Küche; Wolfgang Krammer; 144 Seiten; € 29,90


Weinviertel Film "Erdmeer"


Teaser zum Film "Erdmeer"
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